Flüsterpost e.V. - Unterstützung für Kinder krebskranker Eltern 06131/5548798

Empfehlungen

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Wie spreche ich mit Kindern über Krebs?

 

Worauf kann ich dabei achten?

 

Es gibt kein Allgemeinrezept, aber wir können uns an

Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie orientieren.

 

Demnach brauchen Kinder bis 3 Jahre vor allem

eine möglichst ruhige, vertraute Atmosphäre

mit festen Bezugspersonen

und viel Nähe und Körperkontakt.

 

Anregungen für das Gespräch mit Kindern

 

ab ca. 3 Jahre bis ins Jugendalter


Nehmen Sie sich genügend Zeit für Gespräche und körperlichen Kontakt ("Kuschelstunden"), falls das Kind es wünscht / zulässt.

Erklären Sie dem Kind, dass Krebs nicht ansteckend ist!

Versichern Sie dem Kind immer wieder, dass es geliebt wird

und keine Schuld an der Krankheit trägt!

Informieren Sie das Kind , dass sowohl Mutter wie auch Vater

durch / wegen der Krankheit manchmal gereizter und aufbrausender

reagieren können als sonst.

Gestehen Sie dem Kind das Recht zu, alle seine Gefühle zu äußern,

sei es Angst, Wut, Trauer, ... oder Freude.

Ermutigen Sie das Kind, Gefühle nicht nur verbal sondern

auch durch Malen, Schreiben, Musizieren, Bewegung,... zum Ausdruck zu bringen.

Sprechen Sie mit dem Kind über die Krankheit

(Diagnose / Therapie / Verlauf) soweit dies bekannt und möglich ist.

Verzichten Sie bei kleineren Kindern auf lange Erklärungen,

bevorzugen Sie "kleine Häppchen".

Verwenden Sie ggf. hilfreiche altersgerechte Infomaterialien

zur Unterstützung, z.B. die Materialien von Flüsterpost e.V.

(Bestellvordrucke unter INFOS pdf-dowload)

Lassen Sie das Kind das "Tempo" des Informationsflusses

bestimmen, indem Sie auf seine Fragen eingehen.

Falls Sie sich unsicher sind, was die Informationsweitergabe

und -menge an das Kind angeht, lassen Sie sich von dem Leitsatz führen:

Ich muss nicht immer all das, was ich weiß, dem Kind sofort mitteilen, aber, alles, was ich sage, muss wahr sein!

Erlauben Sie dem Kind, sich fürsorglich und hilfsbereit

zu zeigen, aber lassen Sie nicht zu, dass es die Rolle eines Erwachsenen

annimmt!

Geben Sie dem Kind genügend Zeit und bestärken Sie es,

sich weiterhin mit seinen Freunden zu treffen (zu spielen) und sich

auch über die Krankheit des Vaters oder der Mutter zu unterhalten.

Versuchen Sie, eine gewisse Alltagsroutine, als eine Art

fester Bezugsrahmen für das Kind, beizubehalten bzw. neu zu organisieren.

Suchen Sie sich Freunde, Bekannte, Verwandte (Oma, Opa),

die Sie selbst und in der Beziehung zu dem Kind entlasten und unterstützen.

Informieren Sie die ErzieherInnen des Kindergartens,

die LehrerInnen der Schule über die Erkrankung,

falls Sie das Gefühl haben, dass dies für Ihr Kind vorteilhaft wäre.

Setzen Sie sich niemals selbst unter Druck, was die Beziehung,

die Kommunikation mit dem Kind angeht.

Geben Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, bis Sie sich öffnen können!

Schweigen ist Silber, Reden ist Gold

 

 

Möchten Sie Ihre Erfahrungen weitergeben?

Sie können dies z.B. in unserem offenen FORUM tun,

oder uns direkt ansprechen. Wir würden uns sehr freuen!

 

Herzlichen Dank und liebe Grüße mit allen guten Wünschen

von Ihrem Flüsterpost-Team

Karin Willmann

Christine Bubholz

Anita Zimmermann

Prof. Dr. Gerhard Trabert



 

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